Mekong Delta: Lebensader Asiens

1.Das Geschichte vom Mekong Delta

Der mächtige Mekong entspringt bescheiden von Tibet. Sein Name leitet sich aus dem thailändisch „Mae Nam Khong“ (Mutter-Wasser Khong) ab. Gemächlich fließt er über rund 4600 km durch Südwestchina, Birma, Thailand, Laos und Kambodscha, wo er sich südlich von Phnom Penh teilt: in den Tien Giang, den „Oberen Fluss“, und den Hau Giang, den Unteren Fluss“. In Vietnam spaltet er sich in neue Arme auf und ergießt sich nach weiteren 220 km ins Meer.

Mekong Delta Lebensader Asiens
Mekong Delta

Die äußerste Südostspitze des Landes liegt nur wenige Meter über dem Meeresspiegel, ist weitgehend von Mangroven bedeckt und wird während der Regenzeit häufig überschwemmt und versalzt. Die fruchtbaren Schwemmböden liegen also weiter landeinwärts, Überschwemmungskatastrophen wie im Norden sind hier unbekannt: Der Mekong hat nämlich ein gigantisches Abflussbecken, den Tonle-Sap-See in Kambodscha. Bei Hochwasser kann das Wasser über den Tonle-Sap-Fluss in den See abfließen. Spuren einer Besiedlung des Deltas lassen sich 2000 Jahre zurückverfolgen. Hier lag Funan, das erste indisierte Staatengebilde Südostasiens. Sein Aufstieg begann im 1.Jh., als es über seinen Hafen in Oc Eo – zwischen Long Xuyen und Rach Gia gelegen – den Seehandel kontrolierte und Kontakte zu Persien, Indien, China und sogar dem Römischen reich unterhielt. Ab dem 7.Jh. wurde Funan von dem immer mächtiger werdenden Khmer-Herrschen abgelöst. Im 17.Jh. drängten die Viet in die Region und begannen das Gebiet verstärkt urbar zu machen. Auch chinesische Migranten ließen sich nieder und gründeten eigene Siedlungen, u.a. My Tho und can Tho. Doch erst unter den Franzosen, die das Delta der 1862 etablierten Kolonie Cochinchina einverleibten und zahlreiche neue Kanäle graben ließen, begann die fruchtbare Landschaft zur Reiskammer Vietnams aufzusteigen.

2. Die Lage und Destinationen im Mekong Delta

Wegen seiner vielen Flussarme nennen die Vietnamesen das Gebiet Cuu Long (neun Drachen). Mit 40,000 km² fast so groß wie die Schweiz, bietet es nahezu 23 Millionen Menschen – fast ein Viertel der Gesamtbevölkerung Vietnams – eine Heimat.

Sie leben vom natürlichen Reichtum der südlichsten Landesspitze. Reiserten sind bis zu dreimal im Jahr möglich, über die Hälfte des nationalen Gesamtertrags stammt von hier. Auch der Obstanbau und die fischzucht spielen eine wichtige Rolle. Touristen  zeigt sich der Reichtum des Deltas auf einer stimmungsvollen Bootfahrt, Dabei können sie in die üppige tropische Vegetation und das Leben der Menschen am Flussufer eintauchen Das nur 70 km südwestlich von saigon gelegene My Tho gilt als Tor zum Delta und wird daher von vielen Tagestouristen besucht, die auf Bootsfahrten die Flussinseln ansteuern.

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Bootsfahrten die Flussinseln

Eine  weitere, zu recht sehr populäre Tourvariante verläuft von Cai Be nach Vinh Long. Dabei besucht an Obstplantagen, einen schwimmenden Markt und durchfährt verschiedene Kanäle. Can Tho im Herzen des Deltas eignet sich als Übernachtungsstopp und Aussgangpunkt für den Besuch von schwimmenden Märkten in der Umgebung.

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schwimmenden Markt Cai Rang in Can Tho

Per Boot auf dem Hau Giang oder mit einem Wage entlang einer Landstraße kann man in Richtung kambodschanischer Grenze nach Chau Doc weiterfahren. Dort leben in umliegenden Dörfen Angehörige der Cham und Khmer, während schwimmende Häuser der Fischzucht dienen. Auch lohnt sich ein Abstecher zum Pilgerberg Nui Sam.

Viele Reisende verlassen Vietnam über Chau Doc und fahren per Schnellboat in die Hauptstadt Kambodschas, Phnom Penh, weiter. Dagegen reisen bislang nur wenige Touristen an den Golf von Thailand, etwa zur Hafenstadt Rach Gia und in das sehr idylisch gelegene Ha Tien. Zwischen diesen beiden, 92 km von einander entfernten Orten erstreckt sich eine sehr interessante Küstenlandschaft.

Die Inseln Phu Quoc schmiegt sich an das kambodschanische Festland und ist von Saigon aus in nur einer Flugstunde zu erreichen. Ansonsten bleibt der Seeweg oder das Flugzeug von Rach Gia. Das tropische Eiland eignet sich mit seinen attraktiven Stränden und Resorts als geografischer und zeitlicher Abschluss einer Vietnamreise von Nord nach Süd.

Quelle: Polyglott

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