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Wie steht es um die Legalität von Glücksspiel in Vietnam?

Französisches Flair und exotisch anmutende Tempel, traumhafte Sandstrände und Dschungel, Reisfelder und Großstadttrubel: Vietnam zieht immer mehr Urlauber in seinen Bann. Während im Jahr 2014 insgesamt 7,874 Millionen Besucher in das Land am Mekong-Delta einreisten, waren es 2018 bereits 15,5 Millionen Touristen – fast zwei Millionen mehr als Tschechien besuchten.

Ein Grund ist die faszinierende Kultur des südostasiatischen Landes, das bis 1954 als französische Kolonie regiert und nur wenige Jahre später zum Schauplatz eines langen, brutalen Krieges wurde.

Glücksspiel in Vietnam -1

Vietnamesisches Schach ist hauptsächlich für ältere Männer

Während es für viele Urlauber zu den schönsten Erlebnissen gehört, das alltägliche Treiben zu beobachten und womöglich sogar mitzumachen, sollte man aufpassen, sobald man am Straßenrand auf Würfelspieler, Kartenspieler und Wetter trifft. Wie in ganz Asien ist auch in Vietnam Glücksspiel beliebt. Sogar bei Beerdigungen und Hochzeitsfeiern lassen sich Zocker finden, die hoffen, sich die Götter gnädig zu stimmen. So verlockend der Gedanke auch sein mag, selbst mitzuwetten oder zu den Würfeln zu greifen, so riskant ist es. Glücksspiel ist nämlich trotz seiner Allgegenwärtigkeit in Vietnam mit wenigen Ausnahmen streng verboten.

Das heißt allerdings nicht, dass Urlauber komplett darauf verzichten müssen, sich wie Film-Agent James Bond oder Marvels „Black Panther“ in einem der verschiedenen Casinos in Asien zu fühlen. Ausländer dürfen in Vietnam ihr Glück in den eigens für sie eingerichteten Spielbanken versuchen. Nur die Einheimischen sollen davon ferngehalten werden. Seit 2019 sind diese Regeln allerdings gelockert. Vietnamesen, die ein hohes Monatseinkommen nachweisen können und eine für die meisten Bewohner unerschwingliche Dollarsumme als Sicherheit hinterlegen, dürfen seit 2019 Seite an Seite mit Ausländern auf der beliebten Touristeninsel Phu Quoc im Casino zocken. Nach Anlauf der dreijährigen Testphase soll entschieden werden, ob auch die anderen Casinos im Lande für die vietnamesische Bevölkerung geöffnet werden.

Für die Urlauber bedeutet die vietnamesische Gesetzeslage, dass sie zwar nach Herzenslust in den sieben großen Spielbanken-Resorts des Landes zocken dürfen, aber ein authentisch asiatisches Erlebnis ist es nicht, weil die Casinos von vornherein ausschließlich auf Touristen ausgerichtet wurden. Wer dennoch einen Besuch vorhat, kann sich im Online-Casino mit den Spielen vertraut machen oder das Spielvergnügen komplett virtuell erleben und andere Aspekte des Landes in echt erkunden.

Beim Würfelspiel auf der Straße zugucken ist zwar nicht verboten, aber wenn die Polizei hinzukommt, kann es auch für das Publikum nervenaufreibend werden.

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Spiel der kleinen Pferde für alle in Vietnam

Online-Unterhaltung ist in Vietnam mühelos möglich. Mit drei großen Anbietern ist das Land in den dicht besiedelten Gegenden gut mit Internet versorgt. Weil internationale Roaming-Gebühren bei vielen deutschen Providern schnell ins Geld gehen, lohnt es sich, sich eine vietnamesische SIM-Karte zu besorgen. In Vietnam unterscheiden die Anbieter zwischen inländischen Seiten, für die hervorragende Verbindungen bestehen, und ausländischen, für die der Anschluss ans Netz durch Unterseekabel sichergestellt wird. Bei diesen Kabeln sind gelegentliche Defekte nicht ausgeschlossen. Wer sich also bei seiner Vietnamrundreise auf Google Maps verlässt, sollte diese vorher herunterladen. Dadurch sind sie auch offline verfügbar, und günstiger wird es auch.

Sparen lässt sich auch beim Einkaufen. In den meisten Geschäften und auf den Märkten wird erwartet, dass gefeilscht wird. Allerdings sollte es dabei stets respektvoll zugehen. Wie fast überall auf der Welt wird in Vietnam zudem viel Wert auf Glückssymbole und Aberglauben gelegt, was sich auch beim Zocken zeigt. Neun ist die Zahl der Unendlichkeit, und auch die vier ist eine glückliche Zahl. Die Kombination der beiden ergibt die berühmten 36 Straßen in der Altstadt von Hanoi, wobei die vier für die Himmelsrichtungen steht und die neun für die vielen Straßen. In Vietnam wird mit Vorliebe darauf geachtet, möglichst viele glückliche Zahlen in seiner Telefonnummer oder auf Straßenschildern zu haben.

Die vor allem durch chinesische Läden im Westen bekannt gewordene winkende Katze gilt in ganz Asien als Glückssymbol, nicht nur für Spieler. 

Außer von dem weit verbreiteten, verbotenen Straßenglücksspiel sollten Touristen sich auch von den illegalen Clubs fernhalten, die in Vietnam fast überall in den Städten zu finden sind. Die Polizei nimmt ihre Razzien sehr ernst und wird dabei sogar vom großen Nachbarn China unterstützt. Ein Dorn im Auge sind die Clubs den Regierungen nämlich nicht nur wegen der Suchtgefahr für die Bürger, sondern auch weil sie zumeist von Verbrecherkartellen geleitet werden.

Wer sich nicht sicher ist, ob es sich bei der Adresse, die einem von einem Unbekannten empfohlen wurde, tatsächlich um ein erlaubtes Casino handelt, kann online nachgucken. Weil die Touristen-Casinos allesamt an elegante Hotelresorts angeschlossen sind, ist es zudem nicht allzu schwer, von vornherein eine illegale Einrichtung zu erkennen.

Heute ist Vietnam ein Traumziel für Naturliebhaber und Urlauber, die es exotisch mögen. Das Land ist in einen tropischen Süden und einen subtropischen Norden aufgeteilt und lässt sich am besten im Reisebus oder für erfahrener Biker auf dem Motorrad erkunden. Wer so tief wie möglich in die Kultur eintauchen und die freundlichen, hilfsbereiten Vietnamesen auch in ihrem Alltag kennenlernen möchte, sollte allerdings ein paar Dinge beachten. Zum einen lohnt es sich, vorab die Auskünfte des Auswärtigen Amtes zu lesen. Zwar gilt Vietnam als sehr sicheres Land, was Kriminalität und das Risiko von Naturkatastrophen betrifft, aber weil sich die Weltlage rasch ändern kann, sollten Urlauber auf dem Laufenden bleiben, und wenn es nur um die Visaregelungen geht.

Obwohl in der Vergangenheit im Normalfall der Aufenthalt für Deutsche bis zu 14 Tage lang visumfrei möglich war, empfiehlt es sich inzwischen, von vornherein ein Visum zu beantragen.

Vietnam mit seiner kunterbunten Vielfalt, die buddhistische Tradition, Überbleibsel der Kolonialzeit und das 21. Jahrhundert übergangslos verbindet, hat auch ohne solche Risiken genug Sehens- und Erlebenswertes zu bieten, ohne dass dabei Gesetze überschritten werden.

Duong Viet
Erreichbar

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